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Sicheres Kranen und Lagerung an Land mit F2 EcoHullAktualisiert 3 hours ago

Hinweis: Die folgenden Punkte sind ausschließlich als Empfehlungen zu verstehen. Da wir die Gegebenheiten vor Ort nicht kennen, liegt die Verantwortung für die sichere Durchführung aller Hebe- und Lagerarbeiten beim Kranführer, der Werft und dem verantwortlichen Personal vor Ort.

🧊 Warum F2 EcoHull besondere Sorgfalt erfordert

F2 EcoHull ist ein Fouling-Release-System, kein konventionelles Antifouling. Statt Bioziden wirkt es durch eine extrem glatte, reibungsarme Oberfläche, die Bewuchs das Anhaften erschwert. Genau diese Glätte macht die Beschichtung so wirksam — sie hat aber auch direkte Konsequenzen für den Umgang mit dem Boot an Land.

Bei konventionellen Antifoulings greifen Krangurte und Stützen durch Reibung an der Rumpfoberfläche. Bei F2 EcoHull ist diese Reibung konstruktionsbedingt deutlich reduziert. Das bedeutet: Krangurte können beim Heben leichter auseinandergleiten, und Stützen neigen im Laufe der Zeit stärker zum Verschieben.

Die nachfolgenden Maßnahmen sollen diese reduzierte Oberflächenreibung gezielt ausgleichen. Sie sind unkompliziert umzusetzen, sollten aber vor jedem Hebevorgang bekannt sein und angewendet werden.

⚠️ Rutschgefahr — vor dem Kranen lesen

Krangurte gleiten auf einer F2 EcoHull-Oberfläche deutlich leichter als auf konventionellem Antifouling. Stützen sind stärker gefährdet zu verrutschen oder wegzuwandern. Beide Risiken erfordern aktive Gegenmaßnahmen — Bewusstsein allein reicht nicht aus.


⏱ Aushärtezeit vor dem Kranen

Nach dem Auftragen des Topcoats benötigt die Beschichtung Zeit, um druckfest zu werden, bevor sie das Gewicht des Bootes in den Krangurten sicher tragen kann. Zu frühes Kranen kann zu dauerhaften Verformungen oder Schäden an der Beschichtung an den Gurtkontaktpunkten führen.

Mindestwartezeit
36 Stunden
Nach dem Auftragen des Topcoats
GRIFFFEST
~4 Stunden
Nicht ausreichend fürs Kranen
Aushärtung beschleunigen
Mit Wasser befeuchten
Oberfläche leicht anfeuchten, sobald grifffest
⚠️
GRIFFFEST ≠ druckfestDie Beschichtung kann sich nach 4 Stunden trocken anfühlen, ist aber noch nicht widerstandsfähig genug gegen die punktuelle Last der Krangurte. Bei frisch aufgetragenen Beschichtungen unbedingt die vollen 36 Stunden abwarten.

Wurde die Beschichtung bereits vor mehreren Tagen aufgetragen und steht das Boot seitdem auf Stützen, ist die 36-Stunden-Frist bereits abgelaufen — es ist kein weiteres Warten erforderlich.

🪢 Krangurt-Setup — Checkliste

Das Hauptrisiko beim Kranen ist, dass die Gurte auf der glatten Rumpfoberfläche auseinandergleiten. Bitte die folgende Checkliste vor dem Anlegen der Gurte durchgehen.

  • Am wichtigsten Krangurte miteinander verbinden — die Gurte unterhalb des Rumpfes miteinander fixieren, damit sie beim Heben nicht auseinandergleiten können. Bei konventionellem Antifouling hält die Reibung die Gurte oft von selbst an Ort und Stelle — bei F2 EcoHull ist darauf kein Verlass.
  • Beschichtung schützen Malervlies oder vergleichbar weiches Polstermaterial zwischen jeden Gurt und die Rumpfoberfläche legen. Das verteilt die Last auf eine größere Fläche und verhindert direkte Abriebschäden an der Beschichtung. Harte Kanten, Schnallen oder körnige Flächen im direkten Kontakt mit dem Rumpf vermeiden.
  • Gurtzustand prüfen Krangurte müssen sauber und frei von Sand, Schmutz oder scharfen Kanten sein. Schleifpartikel zwischen Gurt und Rumpf zerkratzen die Beschichtung beim Hebevorgang — auch wenn Vlies verwendet wird. Gurte vor dem Einsatz kontrollieren und bei Bedarf reinigen.
  • Aushärtezeit bestätigt Bei frisch beschichteten Booten: Seit dem Auftragen des Topcoats sind mindestens 36 Stunden vergangen. Bei bereits früher beschichteten Booten, die auf Stützen stehen, entfällt diese Wartezeit.
  • Klebrigkeit erwartet Der Topcoat kann sich leicht klebrig anfühlen — das ist völlig normal und verschwindet, sobald das Boot im Wasser ist. Die Oberfläche nicht abwischen, schleifen oder anderweitig behandeln.
💡
Geeignetes VliesStandard-Malervlies ist in jedem Baumarkt erhältlich und gut geeignet. Auch Umzugsdecken oder Schaumstoffmatten funktionieren. Ziel ist Polsterung und Lastverteilung — nicht Griffigkeit.

⚓ Landlagerung auf Stützen

Die gleiche Oberflächeneigenschaft, die beim Kranen zum Gleiten der Gurte führt, betrifft auch die Stützen. Die Kontaktpunkte am Rumpf bieten weniger Halt als bei konventionellem Antifouling — Stützen können sich daher langsam verschieben oder wegwandern, besonders wenn der Untergrund nicht vollständig eben ist oder Erschütterungen durch Fahrzeuge oder Maschinen in der Nähe auftreten.

Das Risiko ist unter normalen Bedingungen nicht dramatisch, aber real — und muss aktiv gemanagt werden, besonders bei längeren Lagerzeiten.

⚠️
Nicht auf Reibung verlassenEine Stütze, die beim Aufstellen stabil wirkt, kann sich durch die geringe Oberflächenreibung über Stunden oder Tage langsam verschieben. Physische Sicherung — nicht nur sorgfältige Positionierung — ist notwendig.

🔒 Stützen sichern — Maßnahmen

Die folgenden Maßnahmen sollten kombiniert eingesetzt werden. Je mehr davon umgesetzt sind, desto stabiler ist das Boot gesichert — besonders bei längeren Standzeiten oder exponierten Lagerplätzen.

1

Ausreichend Stützen verwenden

Mehr Stützen einsetzen als normalerweise üblich — lieber eine mehr als eine zu wenig. Mehr Auflagepunkte bedeuten geringere Last pro Stütze und ein niedrigeres Risiko, dass einzelne Stützen verrutschen.

2

Stützen mit Ketten oder Gurten verbinden

Alle Stützen untereinander mit Ketten oder Gurten verbinden, damit sie sich nicht unabhängig voneinander bewegen können. Selbst wenn eine Stütze anfängt zu wandern, halten die anderen sie in Position. Das ist die wirksamste Einzelmaßnahme.

3

Stützen an Klampen der Yacht anbinden

Zusätzliche Gurte von den Stützen zu den Deckklampen des Bootes führen. Das schafft eine zweite Sicherungsebene: Beginnt eine Stütze nach außen zu wandern, hält der Gurt zur Klampe dagegen. Weiche Haken oder Schoner verwenden, um die Decksausrüstung zu schonen.

4

Bodenanker oder feste Verankerungspunkte

Bei exponierten Lagerplätzen oder langen Standzeiten können Gurte oder Ketten von den Klampen oder Wanten des Bootes direkt zu Bodenankern oder festen Punkten auf dem Werftgelände geführt werden. Diese Methode wird in Hurrikan-Häfen eingesetzt und bietet zusätzliche Sicherheit, die völlig unabhängig von den Stützen selbst funktioniert.

💡
Polster an den StützenpunktenWeiches Polstermaterial (Malervlies, Gummimatten oder Schaumstoff) zwischen Stützenkopf und Rumpf ist grundsätzlich empfehlenswert. Bei F2 EcoHull schützt es zusätzlich die glatte Oberfläche vor Eindrücken oder Kratzern an den Kontaktpunkten.
ℹ️
Welche Maßnahmen wannKurzes Herausnehmen (1–2 Tage, geschützte Werft): Maßnahmen 1 und 2 genügen. Lagerung über eine Woche oder länger: zusätzlich Maßnahme 3. Exponierter Lagerplatz, Winterlager oder windzugänglicher Standort: alle vier Maßnahmen umsetzen.

🖌 Nach dem Kranen — Stützenpunkte nachbehandeln

Die Bereiche, an denen die Stützen den Rumpf berührt haben, werden bei der Hauptapplikation ausgespart. Sobald das Boot in den Krangurten hängt, sind diese Stellen zugänglich und müssen vor dem Zuwasserlassen nachbehandelt werden.

1

Freie Stellen schleifen und reinigen

Mit P180 anschleifen. Anschließend gründlich mit F2 Degreasing Solution (1:10 mit Wasser verdünnt) reinigen. Vollständig trocknen lassen — Feuchtigkeit unter der Beschichtung führt zur Ablösung.

2

Lagen aufbauen

Fehlende Lagen der Reihe nach auftragen: EcoPrimer (wenn Substrat blank) → Adhesive Coat → Topcoat. Jede Lage muss grifffest sein, bevor die nächste aufgetragen wird (~4 Stunden bei 20 °C).

3

Kanten überlappen

Jede Lage so auftragen, dass sie die bereits beschichtete Umgebungsfläche überlappt. Wenn bei der Erstapplikation ein 5-cm-Rand um die Stützenpunkte ausgespart wurde, ergibt die Überlappung einen nahtlosen Übergang.

4

Zuwasserlassen, sobald grifffest

Für diese kleinen Flickstellen müssen keine weiteren 36 Stunden gewartet werden. Das Boot kann zuwassergelassen werden, sobald der Topcoat auf den nachbehandelten Bereichen grifffest ist — in der Regel nach 4–6 Stunden.


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